Es ist wahrscheinlich zutreffend zu sagen, dass uns kein Objekt auf der IMM Cologne 2018 so verwundert hat wie der neue Stuhl 118 von Sebastian Herkner für Thonet. Nicht in einem schlechten Sinne, er hat uns einfach durcheinander gebracht. Schon klar - wer lässt sich schon von einem Stuhl durcheinander bringen. Uns passiert das aber regelmäßig, deshalb leben wir ja in diesem Chaos. "118" von Sebastian Herkner für Thonet, gesehen bei der IMM Cologne 2018 Der quadratische Holzstuhl ist einer
weiterlesenDem englischen Dramatiker und Komponisten Noël Coward wird nachgesagt, er habe einmal die Meinung geäußert, "dass ein perfekter Martini gemacht werden sollte, indem man ein Glas mit Gin füllt und es dann in die ungefähre Richtung Italiens schwenkt." Wir können nicht sagen, ob StudioFaubel aus München bei der Entwicklung ihres "Martini" Sessels für die Müller Möbelfabrikation auf den Rat des großen Erzählers zurückgegriffen haben. Das Resultat ist aber ebenso zufriedenstellend... "Martini"
weiterlesenIm Text "Die Kunst des Krieges" des chinesischen Militärstrategen Sun Tzu heißt es: Es gibt Straßen, die man nicht gehen soll. Es gibt Armeen, die man nicht angreifen soll. Es gibt Städte, die man nicht einnehmen soll. Es gibt Gebiete, um die man nicht kämpfen soll. Es gibt Befehle, die man nicht befolgen soll. Wäre Sun Tzus Metier nicht die Kriegskunst, sondern Möbelmessen gewesen, hätte er mit Sicherheit hinzugefügt: Es gibt Objekte, die man nicht produzieren soll. Die IMM
weiterlesenDie Besucher des Grassimuseums für Angewandte Kunst Leipzig können sich seit langem auf der Vitra Bench von Jasper Morrison ausruhen, einem großzügig über den gesamten Museumskomplex verteilten Objekt. Mit der Ausstellung "Thingness" bietet das Grassimuseum für Angewandte Kunst Leipzig dem Besucher einen tieferen Einblick in Jasper Morrisons Schaffen und kreative Prozesse. "Jasper Morrison - Thingness" @ Grassimuseum für Angewandte Kunst Leipzig Jasper Morrison, 1959 in London geboren und
weiterlesenMit seinen beiden Gesichtern blickt der römische Gott Janus gleichzeitig nach vorne und zurück und steht so in ständiger Wachsamkeit über Übergänge, den Lauf der Zeit, den Beginn, das Ende. Die Verbindung zum Monat Januar ist leicht hergestellt, zu jenem Monat des Jahres, in dem wir immer gleichermaßen reflektieren und hoffen. Komplexer ist es, eine Verbindung zu einer gut ausgearbeiteten Architektur- und Designausstellung herzustellen, die mühelos die Reflexionen der Vergangenheit mit
weiterlesenDie ersten Metaphern mögen tierischen Ursprungs gewesen sein, aber Materialien sind zweifellos genauso vielseitig einsetzbar. Und nur wenige sind so anpassungsfähig wie Glas. Die Glasdecke als undurchdringliche, aber unsichtbare Grenze. Das Herz aus Glas als Zustand extremer emotionaler Schwäche. Doch es ist trotzdem so, dass die meisten Menschen, wenn sie Glas als Metapher benutzen, bereits hier eine Metapher verwenden, nämlich die Metapher, dass Glas für Transparenz steht. Mit der Ausstellung
weiterlesenWie jeder weiß, benötigt ein Echo eine Oberfläche, die es zurückwerfen kann. Ansonsten wird daraus ein Ruf ins Leere. Bei der Ausstellung "Echoes - 100 Years in Finnish Design and Architecture" im Felleshus in Berlin besteht diese reflektierende Oberfläche aus den Traditionen, Kulturen und Landschaften Nord-Ost-Europas. "Echoes - 100 Years in Finnish Design and Architecture" @ Felleshus, Nordische Botschaften, Berlin Am 6. Dezember 1917 verkündete die Republik Finnland ihre Unabhängigkeit
weiterlesenMit seinen zwei Gesichtern schaut der römische Gott Janus gleichzeitig nach vorn und nach hinten - er überblickt den Wandel, die vergehende Zeit, Anfang und Ende. Eine ähnliche Verbindung ergibt sich im Januar, dem Monat des Jahres in dem wir in gleichem Maß zurück und nach vorne schauen. Schwieriger ist diese Verbindung bei einer gut konzipierten Architektur- oder Designausstellung herzustellen, in diesem Fall wäre das eine Ausstellung, die mühelos Reflexionen über die Vergangenheit mit
weiterlesenDer Winter ist kurz davor die Oberhand zugewinnen. Wir können uns deshalb im Dezember kaum einen besseren Zufluchtsort als eine Architektur- oder Designausstellung vorstellen: die ist nämlich nicht nur sicher und warm, sondern auch lehrreich, unterhaltsam und inspirierend. Unsere fünf Empfehlungen für neu eröffnende Architektur- und Designausstellungen im Dezember umfassen Zufluchtsorte in Winterthur, Barcelona, New York, München und Moskau. . "Cupboard Love" im Gewerbemuseum Winterthur,
weiterlesenKann Innovation ein Selbstzweck sein? Führen wir ein Leben im Exzess? Können uns Dinge immer noch verblüffen und inspirieren? Verliert eine Museumssammlung mit der Zeit automatisch ihren Bezug zur Realität? Was macht "gutes Design" aus? Die Ausstellung "Hella Jongerius & Louise Schouwenberg - Beyond the New" in der Neuen Sammlung, Design Museum München, formuliert eine Menge fragen. Fragen, die nicht notwendigerweise eine Antwort finden, die aber Inspiration und Anstoß zu weiteren Fragen
weiterlesenSo bunt wie die Gärten und Parks im Herbst ist auch die Auswahl an Design- und Architekturausstellungen, die im November 2017 eröffnet werden. Diesmal hätten wir mehrere Listen veröffentlichen können und haben das auch ernsthaft in Erwägung gezogen. Am Ende haben wir uns aber entschieden, es ungefähr bei der gewohnten Anzahl zu belassen. Da wir im August nur vier Empfehlungen hatten, versuchen wir den sommerlichen Engpass zu kompensieren und präsentieren sechs - streng genommen sieben - neue
weiterlesen"Das Problem der Errichtung von Wohnungen zu tragbaren Mieten für die mindestbemittelte Schicht der Bevölkerung steht heute im Vordergrund des Interesses in fast allen zivilisierten Ländern". Mit diesen Worten lud der "Congrès Internationaux d'Architecture Moderne", kurz CIAM, zu seinem zweiten Kongress, einem dreitägigen Event ein, das am Donnerstag, den 24.Oktober 1929 im Palmengarten Frankfurt am Main begann, und bei dem einige der führenden Vertreter der Architektur aus der Zeit zwischen
weiterlesenSo wie das Eames‘sche Sprichwort verkündet, dass "die Details nicht die Details sind, sondern das Produkt ausmachen", so sind auch die Lehrkräfte einer Designschule nicht das Lehrpersonal, sie machen die Schule aus. Folglich ist es für ein besseres Verständnis nicht nur einer einzelnen Institution, sondern auch des allgemeinen gegenwärtigen Zustands und möglicher zukünftiger Richtungen der Designausbildung wichtig, mit den Lehrkräften der Designschule zu sprechen und sie zu verstehen; sowohl
weiterlesenAufgewachsen nahe Quimper in der Bretagne, zog Ronan Bouroullec 1989 nach Paris, um Industriedesign zu studieren. In der französischen Hauptstadt hat er aber nicht nur sein Studium abgeschlossen, sondern auch sein eigenes Studio gegründet, seinen ersten kommerziellen Erfolg verbuchen können und zusammen mit seinem Bruder Erwan zahlreiche Projekte für eine Reihe von internationalen Klienten entwickelt, unter anderem für Vitra, Magis, Flos, Kvadrat und Samsung. Zudem kam es zu zahlreichen
weiterlesenBei dem Besuch der Werkschau-Ausstellung der Peter Behrens School of Arts in Düsseldorf werden wir an die Zeit des Namensgebers der Schule erinnert. Wenn auch nicht wegen der Gründe, die vielleicht auf der Hand liegen... Peter Behrens School of Arts in Düsseldorf Peter Behrens School of Arts Düsseldorf Unter den vielen interessanten Gebäuden, die es nicht in unsere Tour de l'architecture geschafft haben, ist eines der interessantesten und gleichzeitig wichtigsten Gebäuden die ehemalige
weiterlesenEtwas enttäuschend ist es schon, dass die Behörden der süddeutschen Stadt Schwäbisch Gmünd dem derzeitigen Einhorn-Wahnsinn nachgegeben haben und eins von ihnen in das Stadtwappen platziert haben. Ob man sich darauf verlassen kann, dass die Studierenden der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd diesem (hoffentlich) kurzweiligen Trend widerstehen? Der Rundgang in diesem Jahr sollte die Antwort geben... Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd @ Rektor-Klaus-Straße Hochschule für
weiterlesenWährend der Fokus des Ludwig Forums Aachen zeitgenössische Kunst ist, gewährt das Museum seit März dieses Jahres zeitgenössischen Künstlern und dem Projekt "LuForm" einigen Platz. Die Designabteilung erweitert damit nicht nur den Umfang des Museums, sondern bietet lokalen Designern zudem eine neue Plattform für ihre Werke. LuForm @ Ludwig Forum Aachen Ludwig Forum Aachen Das Ludwig Forum für Internationale Kunst wurde 1970 von den Aachener Kunsthistorikern und, was fast noch wichtiger ist,
weiterlesenIm nächsten Jahr wird die Design Fakultät der Hochschule München umziehen: Von ihrem derzeitigem Zuhause, das sie mehr als 40 Jahre bewohnt hat, in das gegenüberliegende, neu erbaute Gebäude. Demnach war die diesjährige Jahresausstellung eine der letzten Möglichkeiten die Fakultät in ihrem (demnächst) alten Zuhause zu besuchen. Aber wurde die Ausstellung diesem Anlass gerecht? Oder was es eher ein unzufriedener Abschied von einem alten Freund? Hochschule München Design Fakultät Hochschule
weiterlesenAufgrund der einzigartigen Gesichte sowi weltpolitischen Relevanz sind die Geschichten der kulturellen Institutionen der Stadt Berlin unfassbar komplex. Und die Anzahl dieser kulturellen Institutionen ist weitaus höher als in so manch anderer Metropole. Nur wenig Städte können von sich behaupten zwei öffentliche Zoos, drei Opernhäuser und 4 staatliche Universitäten zu haben. Während drei dieser Universitäten individuelle Kurse in Fächern wie Architektur, Theaterwissenschaften oder Musik
weiterlesenKaum ein zweites Material hatte einen derartigen Einfluss auf Architektur und Design und ist zudem so anonym geblieben wie das Furniersperrholz. Ein Material, das in der Öffentlichkeit leicht übersehen wird und in einem akademischen Kontext bisher kaum erforscht wurde. Das V&A Museum London will jetzt mit der Ausstellung "Plywood: Material of the Modern World" Abhilfe schaffen. "Plywood: Material of the Modern World" im V&A Museum London "Mir ist seit langer Zeit bewusst, dass über die
weiterlesenObwohl sie älter als das Bauhaus ist, hat die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle nie dieselbe Anerkennung wie ihr hochgelobter Nachbar erfahren. Nichtsdestotrotz existiert die Burg noch und das nicht aufgrund ihrer Lorbeeren, sondern dank der Bemühungen und Ideen ihrer Mitarbeiter und Studierenden, die die Burg ständig weiterentwickeln. Die alljährliche Sommerausstellung zeigt, wie diese Bemühungen aussehen können. Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle: Der Goldbau Burg
weiterlesenDer Vorläufer der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart aus dem 18. Jahrhundert wurde als ein Ort gegründet, "an dem die Jugend kultiviert werden würde, wie Pflanzen in einer Gärtnerei." Während Gärtnereien jedoch starke und edle Bäume, zart blühende Blumen und widerstandsfähige Stauden produzieren, bringen sie doch auch immer wieder instabile, experimentelle Hybriden hervor und bieten den perfekten Nährboden für Parasiten und Krankheiten. Wie gut es um die Aufzucht der Akademie der Bildenden
weiterlesenEs war einmal vor langer Zeit, da lebten in der Stadt Kassel zwei Brüder mit dem Namen Grimm. Der Legende nach reisten Jakob und Wilhelm, so lauteten die Vornamen der Brüder, nach Marburg, um dort reiche Anwälte zu werden. Aber anstatt ihre Zeit damit zu verbringen Gesetzestexte und Rechtsprechung zu studieren und zu lernen, wie man möglichst hohe Rechnungen schreibt, verbrachten die Brüder ihre Tage mit den Hexen, Königen, Königinnen und Elfen der nordischen Volkssagen. Die Bürger von Kassel
weiterlesenDie schwedische Stadt Lund ist berühmt als Geburtsort des Tetra Packs und so der Ausgangspunkt einer globalen Revolution hinsichtlich unserer Konsummuster und des Vertriebs von Nahrungsmitteln. Ob sich unter den Abschlussprojekten der Lunder Universität School of Industrial Design auch welche finden, die zu so simplen, logischen und Ressourcen schonenden Lösungen finden - idealerweise natürlich ohne die zusätzlichen Recyclingprobleme - lässt sich jetzt auf der Abschlussausstellung 2017 der
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